The Rose - von und für HerzMenschen gemacht ...

Angst oder Liebe?

Krise oder Chance?

Wir haben besondere Zeiten. Alles ist in Bewegung. Wir sehen es jeden Tag im Fernsehen, in unserer Familie in unserem Freundeskreis, wie starke Veränderungen uns auf Trapp halten. Die Wirtschaft, die Finanzen, die politische Lage in vielen Ländern und sogar das Klima bewegt sich.

Aber schauen wir gar nicht so weit weg von uns. Unsere Nächsten um uns herum, überall scheint es sich zu verändern, unsere „alten“ Werte und Sicherheiten scheinen nicht mehr zu funktionieren. Natürlich macht diese Entwicklung, die mittlerweile vor keiner Ebene mehr halt macht, den meisten Menschen Angst.

Viele, die täglich in meiner Praxis zu mir kommen, fühlen, erleben diese Veränderungen hautnah und es verwirrt und verängstigt sie. Obwohl die Themen alle ähnlich sind, ist jede Geschichte, die ich höre sehr individuell und persönlich. Jeder hat auf seine Art damit zu tun und versucht damit umzugehen. Bei dem einen erreicht es die Beziehung oder die Familie, bei anderen den Beruf oder die Finanzen. Und bei nicht wenigen sogar, bricht alles auf einmal ein.

Ja, das Leben, mit allem was gerade passiert, könnte einem Angst machen. Denn es sieht offensichtlich so aus, als wenn alles den Bach runter geht. Die Banken, die Wirtschaft, die Arbeitsplätze – ach ja und auch natürlich die Natur. Unsere mühsam aufgebauten und ausgetrampelten Pfade, durch die wir uns in Sicherheit wiegten, sind weg. Das macht erstmal Angst.

Doch wir könnten es auch anders sehen.

Warum den alten Strukturen nachweinen

Wir könnten auch von unserer Angst für einen Moment zurücktreten und schauen, was da gerade passiert auf unserem Planeten.
Einfach schauen – ohne Bewertung.

Viele Systeme und Strukturen – privat, beruflich, wirtschaftlich, politisch, ökologisch – brechen gerade ein. Einige davon haben einfach ausgedient. Andere wieder bargen Machenschaften und geschäftliches Gebaren in sich, die einfach menschenunfreundlich waren. Die als Fokus nicht wirklich das Wohl der Menschen im Auge hatten, sondern eher deren Geld. Und unter dieser Ausrichtung, der Jagd nach dem Profit, schienen alle ethischen Grundregeln ihre Bedeutung verloren zu haben.

Warum also diesen Strukturen nachweinen? Man könnte doch glatt behaupten, es hat etwas Gutes, wenn solche Systeme einbrechen. Denn sie ermöglichen es uns, dass wir neue gute Strukturen schaffen – das wir eine neue Welt kreieren - privat, wie beruflich, im Kleinen, wie im Großen!

Natürlich reißen diese Veränderungen einiges mit in die Tiefe und das schaut für viele Menschen und Unternehmen sehr bedrohlich aus. Doch wenn wir uns jetzt nicht von dieser Angst einschüchtern lassen, können wir erkennen, welche historische Chance gerade vor uns liegt. Wenn wir jetzt erkennen – und das tun schon sehr Viele – was uns Menschen wirklich ausmacht, welche menschlichen Qualitäten uns wirklich zu Krone der Schöpfung machen, dann liegt vor uns eine noch nie da gewesene Chance.

Wir haben in der Geschichte der Menschheit so viel Erfahrung mit Entdeckung, Aufbau, Entwicklung, Krieg, Zerstörung, Trennung, Macht, Wiederaufbau, materiellen Werten, Ellenbogen- und Fun-Gesellschaften gemacht, dass wir jetzt die Reife hätten, etwas sehr Gutes, Neues, Menschliches und Bewusstes in unser Leben und damit auch in unsere Lebensstrukturen zu bringen. Ja, das könnten wir tun …

Wenn da nur nicht diese Angst wäre. Diese Fragen, die immer in den Köpfen hämmern: wie geht es weiter? Finde ich einen neuen Job? Was wenn die Umsäte weiter sinken? Was ist mit der Rate für das Haus? Was ist, wenn ich alles verliere? Meinen Partner? Mein Geld? Meine Position? Mein Status? Meine Sicherheit? … Diese Fragen drücken uns in die Sessel und lähmen uns. Aber ab jetzt bis auf weiteres Sorgen machen, kann es doch auch nicht sein?

Sicher, ein paar Sachen, die uns liebgeworden sind und vertraut waren, werden wir verlieren. Und einige davon werden auch alles verlieren und das tut sehr weh.

Aber konzentrieren wir uns doch mal auf das, was wir tun könnten, wenn wir nicht ängstlich im Sessel sitzen würden. Wenn wir schon neu anfangen müssen, warum dann nicht gleich so, wie wir es immer vorgestellt haben. Warum nicht alte Träume wieder ausgraben und überprüfen, ob die noch passen? Ob die sich immer noch gut anfühlen, wenn wir darüber nachdenken. Wenn schon Neustart, warum dann nicht gleich mit dem, was uns am Herzen liegt.

Klingt das naiv oder unpassend für Krisenzeiten? Warum?
Weil es nicht in eine so „schwere Zeit“ passt?

Vertrauen

Ich setzte den Fuß in die Luft
und sie trug.


Hilde Domin

Vielleicht passt es sogar mehr in diese Zeit als wir glauben. Denn alle, mit viel Hirnschmalz und mit krisen- und bedeutungsschwangeren Mahnungen kreierten Business-, Sanierungs- und Rettungspläne haben noch nicht wirklich eine echte Lösung geliefert. Wenn alle alten Mittel, Wege und Werkzeuge anscheinend nicht mehr greifen, dann sollten wir Neue ausprobieren. Denn was haben wir zu verlieren? Ein Leben, das sich in seiner alten Form sowieso gerade verabschiedet? Das wäre doch ein angemessenes Risiko, im Gegensatz zu dem, was wir gewinnen können.

Versuchen wir es doch einfach. Denn die schönen Kalendersprüche, die wir mit großen Worten in kaligraphischer Schrift weitergeben, dass in jeder Krise eine Chance steckt, haben ausgedient. Jetzt ist handeln dran! Jetzt ist praktische Erfahrung angesagt und jetzt können wir beweisen, dass wir die Theorie verstanden haben. Nutzen wir die Chance, die in dieser Zeit liegt. Was im Großen auf der wirtschaftlichen und politischen Ebene passiert, erlebe ich täglich in meinem Umfeld und in meinem Freundeskreis im Kleinen. Und natürlich bin auch ich mitten drin in diesem Spiel.

Die persönlichen Erdplatten scheinen sich zu verschieben. Dieser allgemeine Prozess erreicht irgendwie jeden auf seine ganz persönliche Weise und konfrontiert ihn mit seinen Themen. Doch gerade in dem Chaos stellen sich viele meiner Klienten mehr denn je die Frage nach dem Sinn, nach dem was sie erfüllt, was ihnen Freude macht. Es ist keine leichte Zeit – zumindest für viele. Das was an uns herangeführt wird, zwingt uns nicht selten zu schmerzhaften Erkenntnissen und Kurskorrekturen.

Wie habe ich mal irgendwo gelesen, aus dem Chaos werden die Sterne geboren. Ist das nicht eine schöne Vorstellung? Wenn wir das jetzt erlauben, wenn wir den Mut haben uns diesen Herausforderungen zu stellen, dann machen wir uns jetzt den Weg frei für eine Wahrheit und Echtheit, die unter den Lawinen der Vergangenheit liegt.

Ich sehe wie viele meiner Klienten ihren Weg suchen, wie sie kämpfen, hadern und auch ab und an mal aus der Kurve fliegen. Als Begleiter und Coach gebe ich mein Bestes, sie zu ermutigen weiter zu gehen, nicht auf der Zielgeraden alles hinzuschmeißen. Was mich immer sehr berührt ist, das jeder glaubt, er allein bekommt es nicht gut genug hin, macht irgendwas falsch. Denn allen anderen scheint es besser zu gehen. Manchmal möchte ich eine Telefonkette organisieren, damit dann auch jeder weiß, wir sitzen allen im selben Boot und wir haben alle unser Tun mit dieser Zeit. Jeder auf seine Art und in seinem Bereich, aber wir haben alle zu tun. Aber jeder wird gebraucht, an seinem Platz, damit wir diese neue Zeit mitgestalten.

Das wir hin und wieder die Orientierung verlieren ist mehr als normal. Denn solche Zeiten hatten wir noch nicht. Wir haben keine Erfahrungswerte. Wir gehen in unbekanntes Terrain und wir können nicht auf unsere alten Strukturen und Werkzeuge zurückgreifen.

Ja, diese Zeiten könnten uns Angst machen, wenn wir es erlauben. Es könnten aber auch die besten Zeiten werden, die wir je erlebt haben. Wenn wir uns wieder erinnern, an unsere Träume, an das was uns Freude macht, was uns warm ums Herz werden lässt. - Wenn wir uns erinnern, um was es im Leben wirklich geht.

Und es wäre sehr hilfreich, wenn wir uns gegenseitig erinnern. Wenn jemand seine Schätze und Gaben nicht mehr sehen kann, dann erinnere ihn daran. Sag ihm, was du siehst und sag ihm, dass es dir gefällt. Schluss mit den „Schwächeanalysen“, konzentrieren wir uns auf das was wir wirklich gut können.

Es sind keine leichten Zeiten, aber machen wir sie uns so gut wie möglich.
Machen wir sie zu unseren besten Zeiten.

© Sabine Häring

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